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Publikumsmagnet Sonderausstellung – Stiefkind Dauerausstellung?
Erfolgsfaktoren einer zielgruppenorientierten Museumsarbeit

Während Sonderausstellungen Publikumsmagnete für Museen sind, drohen ihre existenziellen Dauerausstellungen an Bedeutung zu verlieren. Viele Museen legen einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auf Sonderausstellungen – hierdurch kann sich aber der ursprüngliche Museumscharakter verändern, bei dem die traditionellen Aufgaben mit der Dauerausstellung im Mittelpunkt stehen. Museen befinden sich in Folge dessen in einem Spannungsfeld: Einerseits ist die Dauerausstellung der Kern ihres Angebots, für den sie Publikum gewinnen müssen. Andererseits brauchen sie Sonderausstellungen, um hohe Besuchszahlen zu generieren und Besuchererwartungen zu entsprechen.

  • Was aber macht Sonderausstellungen so attraktiv?
  • Was unterscheidet das Publikum der Sonder- von dem der Dauerausstellungen?
  • Welche Typen von Ausstellungsbesucherinnen und -besuchern sind bestimmbar?
  • Wie können Museen ausreichend Publikum auch für ihre Dauerausstellungen gewinnen?

 

Bisher sind diese Fragen nicht fundiert empirisch beantwortet. In einer umfassenden Vergleichsstudie untersuchte Nora Wegner daher die Angebote Sonder- und Dauerausstellung aus Sicht des Publikums. Über eine schriftliche Befragung an fünf deutschen Museen vergleichbarer Größe wurden rund 3.800 Besucherinnen und Besucher einbezogen.
Das jeweilige Publikum von Sonder- und Dauerausstellungen wurde dabei gezielt gegenübergestellt: Unterschiede beispielsweise in Strukturmerkmalen, Entscheidungs- und Verhaltensweisen sowie Besuchsmotiven konnten belegt werden. Vertiefende Gespräche mit Expertinnen und Experten zahlreicher Museen sowie Ausstellungspublika ergänzten die Untersuchung.

Aus den Ergebnissen wurde eine Typologie von Ausstellungsbesucherinnen und -besuchern entwickelt, die ein den Zielgruppen angepasstes Handeln ermöglicht. Weiterhin konnten Erfolgsfaktoren von Sonderausstellungen und Schwierigkeiten von Dauerausstellungen identifiziert werden. Hieraus leiteten sich praktische Empfehlungen für eine erfolgreiche und besucherorientierte Museumsarbeit ab. Anhand von Best practice-Beispielen wurde aufgezeigt, wie Museen ihre Dauerausstellungen beleben oder Synergien der Ausstellungsformate nutzen können. Ebenso ergaben sich Hinweise zu zielgruppenspezifischen Kommunikations- und Vermittlungsmaßnahmen, damit Museen dem Spannungsfeld zwischen Sonder- und Dauerausstellungen gerecht werden und Publikum auch für Dauerausstellungen gewinnen können.

Bei Interesse an mehr Informationen zur Untersuchung, einer Beratung oder einem Vortrag zum Thema, nehmen Sie gerne Kontakt auf.
Die Publikation erschien im September 2015 im transcript Verlag.